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Deutsches Bildungssystem Go Home

geschrieben von Felix Beuster am

Dieses Bildungssystem passt doch vorne und hinten nicht.

Alleine für die Beantragung von BAföG muss man schon einen Baum von Unterlagen vorweisen. Formulare, Zeugnisse, Verträge, Bescheinigungen, Steuerbescheide. Wundert mich eigentlich, dass ich keine Angaben zum Vermögen der Katze machen musste.
Natürlich beantragt man das dann auch nur für ein Jahr, und wehe du bestehst mal ein paar Prüfungen nicht. Warum sollte man auch schlechten Studenten unter die Arme greifen.

Am Ende kriegt man dann ein paar (Hundert) Euro, ich hoffe doch mal, dass man mir nicht den goldenen Mittelfinger zeigt. Schön dass auch jeder betont, dass die Hälfte ein Geschenk vom Staat ist. Nein, das muss ganz klar andersherum sehen, die Hälfte ist ein Kredit von Vater Staat. Klar fördern wir dich, aber nur, wenn du uns am Ende die Hälfte wiedergibst.

Ein Azubi der Beruf und Praxis verbinden kann bekommt von seinem Betrieb einen Lohn gezahlt. Ein Student, welcher in der Theorie ergraut und 60 Arbeitsstunden in der Woche erreicht, muss zusehen wie er klar kommt oder die staatliche Förderung zurückzahlen? Tolles und faires System.

Mal vom finanziellen abgesehen ist der rechnerische Arbeitsaufwand von 900 Arbeitsstunden pro Vorlesungszeit extrem belastend. Immerhin sind das dann nur 3.5 Monate und ich möchte mal den Arbeitnehmer sehen, der sich jeden Tag 8.5 Stunden Arbeit um die Ohren schlägt, für wie bereits erwähnt keine wirkliche Bezahlung. Wenn man dann noch arbeiten geht um sich eine Überlebensgrundlage zu schaffen, kann man sein Privatleben auch gleich im Smalland abgeben und auch bei mehrmaligem Durchrufen nicht abholen.

2 Jahre Informatikstudium


Es gibt noch genügend weitere Probleme, die Studenten betreffen. Mangel an günstigem Wohnraum, in etlichen Studiengängen volle bis überfüllte Hörsäle, teils alte fast unsanierte Uni-Gebäude und in vielen Bundesländern dann auch noch monatliche Studiengebühren. Doch nicht nur Studenten werden von diesem System zermürbt.

In Grundschulen sind Einschulungsklassen mit 25 bis 30 Schülern nicht unüblich (kann durch Einzugsgebiete variieren). Das belastet Lehrer und wäre bei geringerer Klassenstärke sicherlich auch besser, denn 15 bis 20 Schüler können wesentlich individueller betreut werden. Konzepte wie Inklusion sind gut und schön und im Sinne einer Gleichbehandlung aller Menschen auch gut. Und sicherlich profitieren auch die normalen Schüler, wenn sie den Umgang mit lernschwachen, verhaltensauffälligen und körperlich/geistig behinderten Kindern alltäglich erleben und als selbstverständlich empfinden. Doch gerade diese Schüler mit erhöhtem Betreuungsbedarf, sei es nun eine stark ausgeprägte Lernschwäche, Verhaltensauffälligkeit oder eine Behinderung, leiden unter Inklusion. Muss ein Lehrer sich im Normalfall um 25 Schüler kümmern, hat er nun 20 plus 1 bis 5, die intensive und unterschiedliche Betreuung benötigen. Ist das wirklich gewollt?

Förderschulen, die dank Inklusion ja weniger werden, vergeben keinen Abschluss an die Schüler. Das heißt, ein Kind, welches sowieso schon Probleme mit dem Lernen hat, verbringt 9 Jahre seines Lebens mit dem für ihn sehr schwierigen Aufgaben, und hat dann auf dem Papier nichts? Nur weil es vielleicht nicht auf dem Bildungsniveau der Hauptschule ist?

Schüler sind im Allgemeinen auch stark belastet. Wenn Lehrer aus Sekundarstufen sagen, dass es normal ist wenn Schüler Kreislaufprobleme haben und dass teilweise täglich vorkommt, dann kann das meines Erachtens nicht nur am Alter liegen. Die Vermutungen des Burnout-Syndroms bei Schülern haben in den letzten zwei Jahren ebenfalls zugenommen. Komisch, aus Ländern wie Finnland hört man so etwas nie.

Das Hauptproblem an diesem Bildungssystem ist fehlendes Geld. Bessere Schülerbetreuung gibt es nur mit mehr Lehren. Dafür braucht man Geld. Ebenso für Ausstattung, Gebäude usw. Zeiten sollten generell gestreckt werden. Abi nach 12 Jahren eine Belastung ebenso wie das Bachelor-Gehetze mit 60 Wochenstunden. Von der starken Differenzierung zwischen den Bundesländern habe ich ja noch gar nicht gesprochen.

Fakt ist, dieses Bildungssystem kann auf Dauer weder gut noch gesund sein. Da Kinder und Jugendliche aber die Zukunft unseres Landes und der Wirtschaft sind, sollte man sich ernsthaft Gedanken machen, wie man die Bildung besser fördert und das dann auch machen. Ist nicht gerade Wahljahr?

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